Gedankenknoten

einen Moment zum entwirren oder auch verwirren - die Perspektive ist frei wählbar 

Hier findest du, liebe Besucherin, lieber Besucher, einige kleine Texte sowie Gedanken und Zitate zu Themen, die das aktuelle Geschehen sowie unser eigenes TUN betreffen. Fühl dich frei, dich hier uns auf einer anderen Art und Weise zu nähern :-)

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Frau im Feld Gehen

Der Innere Kompass

In einer sich quasi selbstüberschlagenden, ja selbstüberholenden und an Geschwindigkeit kaum zu überbietenden

Welt und unserer Sicht und Interpretation auf die Geschehnisse um uns herum, ist es verständlich und nahezu selbsterklärend die Orientierung zu verlieren.

Wie eine Pilgerin und ein Suchender ohne festen Halt im Außen passiert es so den mutigsten und wahrhaftesten Seele unter uns den inneren Kompass zu hinterfragen und neu zu justieren.

Auch heute ist die Welt eine "andere" als sie noch gestern war und wir sind uns selbst verpflichtet angemessen und sinnstiftend die Welt Tag für Tag zu gestalten und neu zu "entfalten". 

Welche rühmliche Bürde und Faszination zugleich, wenn doch der Mut nicht immer von alleine im schönsten Gewand daher kommt...

Die kleinen Handlungen sind es, mit denen sich jeder Einzelne von uns eine Gemeinschaft und die Verbundenheit erschafft, um so eine Atmosphäre der Menschlichkeit zu ermöglichen. 


Doch was bedeutet "Menschlichkeit"? 

Ein großes Wort mit viel Interpretationsmöglichkeit, um doch oftmals ohne viel Tiefgang mit Imperativen geschmückt zu werden ohne den Gedanken selbst erfassen zu können.

Die letzten Jahre einer Krise, welche aus vielen einzelnen Krisen subsumiert werden kann, ist wohl im ehesten eine Krise des Mutes! 

Denn es ist der MUT, der uns die innere Stärke gibt sich an unsere eigenen Werten zu orientieren. 

Was passiert jedoch, wenn uns dieser Zugang verloren geht?

Ängstlich klammern wir uns an unser gewohntes Leben und können vor lauter festhalten das viel Größere, nämlich unsere Freiheit nicht mehr sehen und ... verlieren. 

Der Soziologe Konrad Pfaff (1922 bis 2012) bezeichnet diese Form Selbstentfremdung als „Krankheit der Selbstverneinung“, die epidemisch verbreitete ist, aber doch weitgehend unerkannt bleibt. Der Verzicht auf unser Selbstsein: auf unsere eigenen Werte, Gefühle, Vorstellungen und Ziele hat nicht nur persönliche Konsequenzen. Auf gesellschaftlicher Ebene kann diese Haltung in die Katastrophe führen. Der Psychoanalytiker und Sozialpsychologen Erich Fromm (1900 bis 1980) hat sich in seiner Humanistischen Ethik diesem Problem ausführlich gewidmet. Er kommt dabei zu folgendem Ergebnis: 

„Ob unsere Epoche zu einer Epoche des Übergangs oder des Untergangs wird, hängt von unserem Mut ab, wir selbst sein zu können“. 

Wie aktuell dieser Satz, der in den 1970er-Jahren formuliert wurde, einmal werden würde, hätte sich Fromm sicherlich nicht träumen lassen.

Vor dem Hintergrund der Fromm‘schen Analyse erscheint mir mein eigenes Ringen um Würde und Freiheit umso bedeutsamer und dringlicher.

Aber wo kommen mir Mut und Unterstützung her? 


Die Magie beginnt außerhalb der Komfortzone

Alles, was mir als Kind unmöglich schien, weil ich übermächtigen Verhältnisse hilflos ausgeliefert war, kann mir als Erwachsener gelingen. Denn was man einmal gelernt hat, lässt sich auch wieder verlernen. Das klingt leichter, als es ist. Denn die kindlichen Ängste und Verhaltensmuster haben sich tief in unsere Psyche eingegraben. Alte Muster zu verändern, ist mühsam, unbequem und kostet Kraft. Deshalb brauchen wir die feste Entschlossenheit, den Weg unserer Selbstwerdung immer wieder neu zu gehen.

Jenseits des gewohnten Terrains, auf dem wir uns sicher fühlen, beginnt das verheißene Land. Oder wie Johann Wolfgang von Goethe sagt: 

„In dem Augenblick, in dem man sich entschließt, zu handeln, bewegt sich die Vorsehung auch. Alle möglichen Dinge, die sonst nie geschehen wären, geschehen, um einem zu helfen (...) Handeln enthält Magie, Anmut und Kraft!“

Das Herz klopft Beifall

Jedes große Ziel lässt sich mit vielen kleinen Schritten erreichen. Jeder Zentimeter, den ich meinen Fuß klopfenden Herzens auf Neuland setze, zählt und bringt mich voran. „Wenn Angst in dir aufsteigt und dein Herz zu klopfen beginnt“, so die Aktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises Frances Moore Lappé, „ dann betrachte das Herzklopfen nicht als Ausdruck deiner Angst. Nimm es als Zeichen der Anerkennung für deinen Mut, zu dem dir dein Herz gerade Beifall spendet.“

Feld voller Blumen

Von der Unmoral der Moral

Soll man die Welt verändern wollen oder wäre das eine zu vermessene Aufgabe? Ist der Wille, die Welt zu einem besseren Ort zu machen, sogar unmoralisch und lebensfeindlich?

Was, wenn Moral eigentlich nur ein “erkünsteltes Prinzip” ist, geschaffen für Sklaven, für “Menschen ohne Geist”? So formuliert es der amerikanische Schriftsteller Henry Miller in seinem Essay “Von der Unmoral der Moral”. 

Es geht im Leben darum, so Miller, so sehr wie möglich Freude an ihm zu gewinnen; nicht darum, mit Ge- und Verboten und einer abstrakten Moral andere zu maßregeln und sie und sich selber dabei unglücklich zu machen.

Das Wahrhafte, das Gute und Schöne kann dort erblühen, wo wir Menschen die Fähigkeit in uns tragen uns selbst zu revolutionieren.

Beseelt von einer Inneren Autorität und der Verbundenheit zu sich selbst und dem großen Ganzen obliegt uns selbst das Gute zu sähen und sehen :-)

Gedanken zum MITdenken oder NACHdenken sowie DURCHdenken oder auch zum UMdenken. 

Die Zeit dafür wünschen wir euch und uns selbst, wenn wir vom Donnerstag, 26.5. 2022 - Sonntag, 29.5.2022 die Tanztüren schließen werden. Wir freuen uns darauf, euch ab Montag, 30.5.2022 wieder im Studio willkommen heißen zu können.

Schreiben

Gedankenbrecher

Kannst du deine Gedanken brechen, sie aufbrechen und vollkommen anders denken? Also ganz konkret neu denken, in etwa so, als befänden sich deine neuen Gedanken auf einem ganz anderen Planeten mit einer gänzlich anderen Lebensweise konfrontiert. Nun, das Undenkbare können wir nicht denken, sagen die Philosophen. Damit liegen sie wohl richtig.

Kannst du denken, dass deine Erkenntnis über die Welt und im speziellen über "deine Welt" niemals zur Wahrheit führen wird, auch dann nicht, wenn du der Illusion einer Wissenschaft anheimgefallen sind, die nie vorgab, Wahrheiten zu finden, sondern bloß Wissen, also Orientierung?

Kannst du den Gedanken denken, dass Wahrheit nur nach Kontrolle sucht und dass Kontrolle nicht in deinem Vermögen liegt?

Denn läge Kontrolle in unserem Vermögen, wie würde unser Dasein dann aussehen? Wären wir der- oder diejenige, der wir heute sind? 

Die meisten von uns denken vermutlich nur das, was wir auch glauben können. Das tut ein Gedankenbrecher nie.

Er behandelt sein Denken, indem er viele Gedanken weiterdenkt und diese füllt er sich in seinem Gedächtnis so auf, dass sie in vielen kleinen Schubladen abgelegt werden. Der Gedankenbrecher weiß nie, wann er diese oder jene Gedanken braucht. Aber wenn er sie braucht, dann hat er sie schon. Gedankenbrecher sind fähig, ihre eigenen Gedanken nie als unumstößlich zu verstehen.

Nichts, was sie erkennen, hat Universalgültigkeit oder Anspruch auf große Verlässlichkeit. Gedankenbrecher brechen ständig ihre Gedanken und sind darüber nie erbost oder deprimiert.

Was wäre, wenn wir diese Fähigkeit in unserem Alltag versuchen umzusetzen? Was wäre, wenn wir auch unsere Tanzmöglichkeiten und Tanzbegegnungen in gedankenbrechender Weise verstehen und uns die Position des Gegenüber als das seinige Universum annehmen und ein Stück weit unsere Position "brechen", um diese ein Stück mit der seinigen zu "vereinen"?!

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Die Leichtigkeit des Seins

Zeiten, die Ungewissheit und Unbeständigkeit mit sich bringen forden jeden von uns, sich mit den wesentlichen Fragen im Leben zu beschäftigen. Ob dies nun aktiv geschieht oder wir hinein "geschupst" werden - die SINN-Frage stellt sich bekanntermaßen für jeden, der auf den Wegen dieser Erde wandelt. 

So betrachten wir es doch vielleicht wie Milan Kundera und halten kurz inne um sich selbst zu fragen:

"Man kann nie wissen, was man wollen soll, weil man nur ein Leben hat, das man weder mit früheren Leben vergleichen noch in späteren korrigieren kann. Es ist unmöglich zu überprüfen, welche Entscheidung die richtige ist, weil es keine Vergleiche gibt. Man erlebt alles unmittelbar, zum ersten Mal und ohne Vorbereitung." 

So treten wir ein Stück zur Seite und blicken voller Demut auf die Welt, auf uns selbst und unsere MITmenschen. Wir selbst prägen unsereins, wir selbst prägen unser Gegenüber und wir selbst haben den Einfluss auf ein SINNhaftes Sein - ein SEIN in der Leichtigkeit des Moments. 

Welch wunderbarer Gedanken dies doch ist, wenn wir ihn denn auch so leben wollen - oder nicht?... 

In dieser Tonalität halten wir es daher auch zukünftig gewohnt bedacht und trotz aller Schwere im Außen mit viel Leichtigkeit im Herzen und laden auch über die Osterferien vom 11.4. - 18.4.2022 ins Studio ein.

Bitte beachtet des gesonderte Kursangebot und unser Ferien Specials anstatt des regulären Kursbetriebs.